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Spaßvogel

Ich datiere falsch, am liebsten zwischen 1910 und 1940. Ich entblöße die Lächerlichkeit. Einmal habe ich in einer Englischklausur die Frage in ihren logischen Aufbau kritisiert. Man bekommt irgendeine allgemeine Aussage, meist ein nur Hauptsatz, die Antwort muss immer eine Kompromisslösung sein. Stellt man zwei mögliche Richtungen, Pro und Kontra da und bietet je ein banal praktisches Beispiel, bekommt man die Punkte. Ich habe also festgestellt, das zur Antwort vertiefende Definitionen der Teilbegriffe nötig sind, da das Spektrum sonst für eine vernünftige Antwort zu groß ist und das Abarbeiten verweigert. Natürlich kam keine guter Notenwert dabei raus. Ich hätte die Frage nicht richtig beantwortet.
Mindfuck! Ich schreibe Sätze auf Blätter und gebe sie dann irgendwelchen Personen oder lasse sie an Orten liegen, wo sie jemand lesen könnte: Prawn Cocktails are crashing convulsive into octopussy-cranes. Es sind Kleinigkeiten. In Sport knote ich aus einem dieser bunten Seile zum springen einen Galgenknoten und hänge ihn auf.

Ich schieße jemandem in den Bauch und frage, ob es ihm gut geht. Lasse jemanden entscheiden, wen ich an seiner statt erschießen soll und lasse ihn am Leben. Schreibe einen zu zynischen Abschiedsbrief, als dass ihn jemand lesen wollte. Kein Video auf Youtube. Ich sage lächelnd zu einem Lehrer, dass ich in ein paar Wochen in der Schule einige Mitschüler und Lehrer erschießen werde und er lächelt zurück. Ich lache und sage, ihn werde ich verschonen und er lacht auch. Ich sei ein Spaßvogel.
9.12.07 03:39


Fehlbildung

Das Bildungssystem enthält Reglungen, nach denen man aus einer Vorschrift über die Einbringung von Kurssemestern in der Sekundarstufe 2 ableiten kann, dass verschiedene Semester bedeutungslos sind. Ich habe, aus dem Kopf, drei oder vier Kurse, bei denen ich nur zwei von vier Semestern einbringen kann. In Sport muss ich gar kein Semester einbringen. Die übrigen Semesternoten haben keinen Einfluss auf das Abiturergebnis, mit ihnen wird einfach nicht gerechnet. Daraus ergibt sich, wenn zwei von vier Semestern ein hinreichend gutes Ergebnis haben, die Möglichkeit, die übrigen durch minimale Beteiligung auf einen Notenwert von einem von fünfzehn Punkten zu kommen, was einer fünf entspricht. Null Punkte sind problematisch, ein Punkt nicht.
Verhält man sich nun ökonomisch und konzentriert sich auf Leistungskurse und die noch benötigten Semester während man die unnötigen schleifen lässt, wird man mit Entsetzen und Vorwürfen konfrontiert. Wir gehen elf Jahre zur Schule und sollen immer das beste Ergebnis anstreben, alles auswendig lernen und alles schreiben, egal wonach gefragt wird. Nicht ohne Grund: Viele Lehrer können keine Aufgabenstellungen formulieren und sperren sich in Diskussionen, die notwendigerweise ihre Kompetenz in Zweifel ziehen. In den letzten zwei Jahren sollte man nicht umdenken. Wohin führt ein solches Bildungssystem? Zu einem gewissen Frust, egal wie gut oder schlecht man darin ist. Ich bin kein schlechter Schüler, auch wenn ich mir schon länger keine Mühe mehr gebe (weil es meist keinen positiven Einfluss auf die Ergebnisse hat). Man könnte sagen, das System sei fehlerhaft. Man könnte sagen, dass Klassen mit 30 Personen und einem unfähigen Lehrer nicht zum Fortschritt des Einzelnen beitragen. Man könnte den Schluss ziehen, wenn man wenigstens am Einführungstag zugehört und den Willen zur Bildung aufgenommen hat, was wünschenswert sein sollte, dass es sinnvoller ist, seine Zeit zu hause mit autodidaktischer Bildung statt in einem derartigen Unterricht zu verbringen. Ich habe viele Fehlstunden im Monat. Wenn ich in einem Kurs wie Philosophie in Internet oder einem Buch das behandelte Thema, von dem ich mir erzählen lasse, selbst nachlese, die Suchzeit inbegriffen, bin ich schneller und weiß am Ende mehr. Verstanden habe ich es auch besser. Der Nachteil? Ich kann nicht wörtlich die Formulierung des Pädagogen pauken.

In der Freizeit die sich aus der effektiveren Heimarbeit ergibt, kann ich mir dann Gedanken machen, wie ein Amoklauf am besten durchzuführen ist. Ich kann allerlei Dinge anstellen, vor allem habe ich Zeit, einen Gewissen Hass zu pflegen und auszubauen. Eine Enttäuschung über ein Bildungssystem, von dem man erwartet, dass es sich an seine scheinheiligen Ideale hält. Verachtung. Hass. Enttäuschung.


Die Überlegung schwillt an und jetzt scheint es mir schade um den Schweiß. Kaum ein Amoklauf bewegt etwas sinnvolles. Vielleicht werden zum Schutz noch ein paar Kameras installiert, irgendwelche Überwachungstechnologien, ein besseres Hightech-System.

Wirf dein Leben mit ein paar Bomben weg, du wurdest nicht nicht vorbereitet und hast nichts gelernt, so wird es nie sehr gut werden.
5.12.07 22:09


Was mich immer wieder amüsiert ist die teilnahmslose Betroffenheit, wenn irgendwo ein Mensch stirb und ein paar Reporter das mitbekommen. Lea-Sophie. Wie viele Menschen allein während der Zeit der Medienberichte auf ähnliche Weise gestorben sind und nie nur beiläufig erwähnt werden.
Vermutlich sind wir als Verursacher in der Luftblase Moralvorstellung nicht in der Lage, die beinahe göttlich anmutende Allgegenwärtigkeit des Leids zu ertragen und konzentrieren uns deshalb in theatralisch gespielter Anteilnahme auf Einzelfälle. Die natürlich nur exemplarisch für ein viel größeres Problem sind, das wir alle im Hinterkopf haben. Versteht sich von selbst. Bis irgendwo was interessanteres passiert.

Und?
Fleisch ist nicht kostbar. Leben ist nicht kostbar. Die Inflation des Menschen überschattet alles. Und der ewige Tod. Wie kann jemand hierbei nun voller Anteilnahme über das Sterben von ein paar Schülern berichten, die noch dazu einen relativ bequemen Tod hatten, indem sie rasch erschossen wurden, ohne sich je Gedanken über den Tod machen zu müssen. Es ist alles gar nicht so tragisch wie es scheint.
Man kann es auch komprimieren, auf Schlachtparolenform, damit es der neue Übermensch (siehe vorheriger Eintrag) in seinen besten Zeiten womöglich erfassen kann und natürlich auf Englisch, der Sprachhure, derer sich alle bedienen und die nochh dazu so unglaublich hip ist: Humanity is overrated.
28.11.07 01:25


Übermensch

Heute sind Darwins Gesetze auf eine groteske Art verschoben. Sie gelten, so man überhaupt von ihrer Gültigkeit ausgeht, was überlegt sein will, für den am besten an die Bedingungen angepassten Menschen, nicht für das Idealbild. Der proletarische Übermensch: fett, faul bequem, dumm geboren und geblieben, eventuell alkoholkrank, von primitivsten Bedürfnissen bevölkert, engstirnig, einfältig, kleingeistig, inzuchtgeschädigt, chauvinistisch, konsumgeil, beeinflusst, manipuliert, unkritisch, usf. Hier beißt sich die Evolution in ihren eigenen Arsch; diese Menschen vermehren sich wie Bakterien, sie bevölkern Siedlungen statt Petrischalen, ganze Stadtviertel!
Und dieser Volkskörper, diese Rohstoffsammlung der Idiokratie, diese Arbeitsmasse, diese Konsumentenkräfte, dieses geistlose Material weiß nicht mal von seiner außerordentlichen Bedeutung. Jetzt wäre Stolz wirklich angebracht.
28.11.07 01:14


3. Amok.Art

Über den weiteren Verlauf kann ich keine Auskunft geben. Zweck dieses Blogs ist erstens die eigene Reflextion, was, warum, wann vielleicht geschieht oder nicht geschieht und wie es unter welchen Umständen hätte anders kommen können. Zweitens geht es mir darum, die weniger persönlichen Gründe meiner Perspektive, die Anklagepunkte, genauer daraufhin zu prüfen und gegebenenfalls darzustellen. Drittens geht es um Austausch. Ich bin in dieser Zeit am Dialog interessiert, an Ansichten und Gedanken, auf die ich vermutlich eingehen werde, jedoch nicht in einer Weise der Rechtfertigung und rationalen Untermauerung, meine Gedanken sind überaus subjektiv und egozentrisch, was zu ändern ich zu diesem Zeitpunkt nicht an Ziel dieses Blogs sehe.
25.11.07 23:40


2. Macht und das Töten

In gewisser Weise geht es auch um Macht. Es geht wirklich oft um Macht. Die Macht über das Leben das anderen. Das wirklich Schöne ist die Endlichkeit, die so emotionslos schnell deutlich wird. Und die Ästhetik des Sterbens. Man kann aus einem Batzen haarigem Fleisch und Knochen noch etwas wertvolles gewinnen. Die Endemotion, wie ein Aufleuchten eines nie hellen Lichtes, die einzig echte Emotion, die sie ganz und gar empfinden. Ihr Sterben...
25.11.07 23:30


KindDesRegens,
ich erwarte keine Intelligenz, denn erstens bin ich selbst auch immer dumm und klein gegenüber einer klügeren Person, die es auch in jedem Fall gibt und zweitens ist Intelligenz allein nicht viel wert. Diejenigen, die durch Massenmedien und (Pseudo-)Moralismus diese Welt in die von mir so sehr verhasste Richtung lenken sind ohne Zweifel intelligent und mitunter wohl auch deutlich intelligenter als ich.
Der Tod ist nicht der leichteste Weg. Das mag er in einem spontanen Selbstmordgedanken aus dem Affekt sein, aber ich will nicht eigentlich sterben, denn von dem Menschen abgesehen, finde ich wirklich sehr viele wundervolle Dinge auf diesem Planeten, genug Anreiz, zum Weiterleben.
Kein Recht? Ich denke nicht, dass ich eines brauche. Ich glaube nicht an die/eure/deine Moral und Gerechtigkeitsvorstellungen und ich brauche keine Berechtigung, um das zu tun. Aber du musst mir sagen, dass ich eine bräuchte, weil du daran glaubst, das kann ich natürlich nachvollziehen.
Was ich anklage ist das Wegsehen, das Abwenden, Wissen, dass dieses und jenes nach individueller Wertvorstellung falsch und schlecht ist und dennoch nichts zu tun und in bunten Zerstreuungen die schöneren Seiten des Lebens anzusehen. Die Angst und Feindschaft gegenüber dem anderen, Kultur, Person, Wort, wie man es will. Die Bequemlichkeit.
Dass ich, nach dir, selbst bequem bin und nichts ändere ist eine Einschätzung von Möglichkeiten. Es ist unnütz. Das ist leicht? Es ist zutreffend.
Aus verschiedenen Weltbildern heraus kann man sich schwerlich mit Argumenten duellieren, ich verstehe und akzeptiere deine Gedanken, was ein anderer Punkt, zu dem jene zu bequem sind.


zillie,
Verantwortung für meine Eltern? Freunde? Ich denke nicht. Eigenverantwortung. Was du aus dir geschaffen, in die Welt gesetzt hast, dafür trägst du Verantwortung. Ich glaube noch immer an die Möglichkeit eines Individuums. Ich möchte keine Rücksicht auf die Verletzlichkeit meines Umfeldes nehmen und mich damit beschränken, ich werde mir keinen moralisch akzeptablen Regelkatalog für sozialen Umgang erarbeiten und dessen Freilauf genießen; trotzdem: ich lege es nicht darauf an, andere zu verletzen und zu kränken, weil ich versuche, mit einem gewissen Respekt vor den Menschen zu stehen, immer noch, weil ich es selbst so erwarte, auch wenn es meist anders kommt. Im Ernstfall aber, kann das alles kein Hindernis darstellen.
In einer sozialen Gesellschaft? In einer moralisch zum Sozialen ermahnten Gesellschaft deinvididualisierter Egoisten in Herdenstrukturen, bin ich überaus asozial, in dem ich mir den Egoismus eingestehe und ihn weiter denke, statt ihn einfach zu leugnen.
25.11.07 15:35


1. Absicht Amok

Ich formuliere die Gedanken aus. Ich schiebe sie hin und her, die Ansichten, die kritischen Reflexionen über ein Bildungssystem, ein Überwachungssystem, ein Gesellschaftssystem. Zivilisation. Sie haben mir nichts beigebracht. Mit ein paar Stirnfalten geht es also zu Ende, mit einem Bedauern darüber, wie viel man hätte lernen können und einem zynischen Wissen, wie unnütz, wie schädlich es doch gegenüber ihren Maßstäben gewesen wäre. Mit einem zynischen Wissen, mit einem ganz furchtbar enttäuschten Idealismus. Spott und Verachtung als Geistige Endprodukte.

Mit einem wunderschönen Mädchen aus Metall, das Projektile in die hübschen Gesichter drückt, gehe ich zum letzten Ball wo sie sich mit ihren 500 € Kleidern, ihren Hochsteckfrisuren und Anzügen gegenseitig gratulieren, eine erfolgreich sozialisierte Leiche geworden zu sein. Wir sind mit amerikanischen High-School-Filmen groß geworden, unsere pubertären Sexphantasien kommen aus geistlosen Komödien. Wenn die anderen lachten, wurde meine Miene noch etwas dunkler. Der Zynismus hat sich an den Zähnen abgelagert.

Die Persönlichkeiten dieser Menschen, ich werde nicht von Personen sprechen, sind Versuche der Kopie von Vorlagen. Die Konformität schreibt den Regelkatalog.

Aus diesen Jahren sollte ich in Kürze austreten. Für was? Für ein ganzes Restleben, von dem ein paar Monate reichen dürften und endgültig zu realisieren, dass es dort keinen Unterschied gibt. Sicherlich, es gibt diese Hand voll, die das selbe zu erkennen imstande sind und mit denen zu verkehren einen gewissen Trost geben mag. Etwas, das ich immer hoch schätze, kaum finde und mehr als alles anstrebe ist Konsequenz in Gedanken und Taten. Denk deinen Gedanken bis zur letzten Folge, wenn du die Regeln setzen willst, befolge sie uneingeschränkt.

Sie Summe ist bitter. Der Welt und besonders ihre immer deutlicher werdenden Veränderung in dem Wissen, dass diese ganz eine Wiederholung darstellt und schon vor über hundert Jahren prognostiziert wurde - nur die Werkzeuge sind neu, die Technik - ist vollkommen in meiner Ablehnung, meiner Verachtung. Auf diesen Bühnen ist jede Liebe ein Schattenspiel, ein schönes, sicher, doch in jedem Fall nur ein Schattenspiel. Camus' Frage, die wichtigste nach ihm, die grundlegendste, ob man für oder gegen das Leben selbst sei, kann ich nicht nach Sisyphos beantworten und mich in eine absurde Arbeit werfen.

Ich sehe Eric Harris und Dylan Klebold. Robert Steinhäuser. Sebastian Bosse. Pekka-Eric Auvinen. In meinen Träumen sind die hassenden Geister jener Menschen, die sich von großen Denkern nur in ihren sozialen Umständen, ihren Systemkontakten und deren kausalen Folgen unterscheiden mögen; Spekulationen sind hierbei unnütz, das bloße Gefühl über das Verpasste reicht aus.

Ich will das nicht mehr. Ich will unter diesen Umständen nicht nach den Mustern und Weisen der anderen Leben. Ich will nicht in diesen Zeiten und Welten sein. Ich will diese Gesichter nicht sehen, nicht diese unendlich verhasste Fleischmaterie, diese von jedem Lebenswert entfernte Verklumpung organischen Materials um mich haben. Ich will deine Blödheit nicht hören, dein Grinsen nicht sehen, deine Arroganz nicht spüren, von deiner kleinintriganten Gier nichts hören. Ich hasse dich. Ich hasse euch. Ich hasse eure Welt, die ganze widerliche, von euch dankbar aufgesogene, immer grelllaut konsumierende, verblödete, nichtfragende Welt. Ich hasse es. Ich hasse euch.

Ich will euch einfach alle töten. Mit einer Waffe durch die Gänge ziehen und wahllos gegen die leeren Kopfhülsen feuern. Eure Blödheit gegen die Wände schießen. Ich will euch alle tot sehen, eine große Bombe in die Luft gehen lassen, eure Existenzen, die die verbrauchte Luft nicht wert sind, nicht vor einer einzigen Pflanze, gegen die weißen Wände spritzen sehen. Ich will in diese Jahre vor ihrem Ende beenden und euch alle mitnehmen. Ich will neben Harris, Klebod, Steinhäuser, Bosse, Auvinen und allen, die ich vergessen habe mit einer Tat, einem konsequent gedachten Gedanken, einer konsequenten Erkenntnis sterben.

Ihr schlaft, ihr alle schlaft und werden den Morgen, diesen einen, nicht sehen. Ihr seid es einfach nicht wert.
25.11.07 01:59





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