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1. Absicht Amok

Ich formuliere die Gedanken aus. Ich schiebe sie hin und her, die Ansichten, die kritischen Reflexionen über ein Bildungssystem, ein Überwachungssystem, ein Gesellschaftssystem. Zivilisation. Sie haben mir nichts beigebracht. Mit ein paar Stirnfalten geht es also zu Ende, mit einem Bedauern darüber, wie viel man hätte lernen können und einem zynischen Wissen, wie unnütz, wie schädlich es doch gegenüber ihren Maßstäben gewesen wäre. Mit einem zynischen Wissen, mit einem ganz furchtbar enttäuschten Idealismus. Spott und Verachtung als Geistige Endprodukte.

Mit einem wunderschönen Mädchen aus Metall, das Projektile in die hübschen Gesichter drückt, gehe ich zum letzten Ball wo sie sich mit ihren 500 € Kleidern, ihren Hochsteckfrisuren und Anzügen gegenseitig gratulieren, eine erfolgreich sozialisierte Leiche geworden zu sein. Wir sind mit amerikanischen High-School-Filmen groß geworden, unsere pubertären Sexphantasien kommen aus geistlosen Komödien. Wenn die anderen lachten, wurde meine Miene noch etwas dunkler. Der Zynismus hat sich an den Zähnen abgelagert.

Die Persönlichkeiten dieser Menschen, ich werde nicht von Personen sprechen, sind Versuche der Kopie von Vorlagen. Die Konformität schreibt den Regelkatalog.

Aus diesen Jahren sollte ich in Kürze austreten. Für was? Für ein ganzes Restleben, von dem ein paar Monate reichen dürften und endgültig zu realisieren, dass es dort keinen Unterschied gibt. Sicherlich, es gibt diese Hand voll, die das selbe zu erkennen imstande sind und mit denen zu verkehren einen gewissen Trost geben mag. Etwas, das ich immer hoch schätze, kaum finde und mehr als alles anstrebe ist Konsequenz in Gedanken und Taten. Denk deinen Gedanken bis zur letzten Folge, wenn du die Regeln setzen willst, befolge sie uneingeschränkt.

Sie Summe ist bitter. Der Welt und besonders ihre immer deutlicher werdenden Veränderung in dem Wissen, dass diese ganz eine Wiederholung darstellt und schon vor über hundert Jahren prognostiziert wurde - nur die Werkzeuge sind neu, die Technik - ist vollkommen in meiner Ablehnung, meiner Verachtung. Auf diesen Bühnen ist jede Liebe ein Schattenspiel, ein schönes, sicher, doch in jedem Fall nur ein Schattenspiel. Camus' Frage, die wichtigste nach ihm, die grundlegendste, ob man für oder gegen das Leben selbst sei, kann ich nicht nach Sisyphos beantworten und mich in eine absurde Arbeit werfen.

Ich sehe Eric Harris und Dylan Klebold. Robert Steinhäuser. Sebastian Bosse. Pekka-Eric Auvinen. In meinen Träumen sind die hassenden Geister jener Menschen, die sich von großen Denkern nur in ihren sozialen Umständen, ihren Systemkontakten und deren kausalen Folgen unterscheiden mögen; Spekulationen sind hierbei unnütz, das bloße Gefühl über das Verpasste reicht aus.

Ich will das nicht mehr. Ich will unter diesen Umständen nicht nach den Mustern und Weisen der anderen Leben. Ich will nicht in diesen Zeiten und Welten sein. Ich will diese Gesichter nicht sehen, nicht diese unendlich verhasste Fleischmaterie, diese von jedem Lebenswert entfernte Verklumpung organischen Materials um mich haben. Ich will deine Blödheit nicht hören, dein Grinsen nicht sehen, deine Arroganz nicht spüren, von deiner kleinintriganten Gier nichts hören. Ich hasse dich. Ich hasse euch. Ich hasse eure Welt, die ganze widerliche, von euch dankbar aufgesogene, immer grelllaut konsumierende, verblödete, nichtfragende Welt. Ich hasse es. Ich hasse euch.

Ich will euch einfach alle töten. Mit einer Waffe durch die Gänge ziehen und wahllos gegen die leeren Kopfhülsen feuern. Eure Blödheit gegen die Wände schießen. Ich will euch alle tot sehen, eine große Bombe in die Luft gehen lassen, eure Existenzen, die die verbrauchte Luft nicht wert sind, nicht vor einer einzigen Pflanze, gegen die weißen Wände spritzen sehen. Ich will in diese Jahre vor ihrem Ende beenden und euch alle mitnehmen. Ich will neben Harris, Klebod, Steinhäuser, Bosse, Auvinen und allen, die ich vergessen habe mit einer Tat, einem konsequent gedachten Gedanken, einer konsequenten Erkenntnis sterben.

Ihr schlaft, ihr alle schlaft und werden den Morgen, diesen einen, nicht sehen. Ihr seid es einfach nicht wert.
25.11.07 01:59
 


bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


zillie / Website (25.11.07 02:16)
Woher nimmst Du die Arroganz, alle, die Du nicht kennst, zu verurteilen und Dich selbst feige aus der Verantwortung zu stehlen?
Glaubst Du wirklich, diese Jungs waren Märtyrer oder würden irgendeinen sinnvollen Nutzen mit ihrer Tat hervorgebracht haben. Sie alle wollten Liebe und haben ihr Bedürfnis nicht ausdrücken können. Keiner von ihnen wollte sich wirklich umbringen, sie haben nur keine Überlebenschance gesehen in dieser gefühlskalten Welt. Das ist traurig und ich trauere um sie genauso wie um ihre Opfer. Sie hätten einen anderen Weg beschreiten können und beschreiten sollen. Ein Weg, der schwerer ist, aber wer sagt schon, dass man immer den leichtesten Weg nehmen muss?


disnatal (25.11.07 02:55)
Und woher nimmst du wiederum das wissen, was "diese Jungs" wollten und nicht fanden? Ich leugne das nicht, unerfüllte Liebe spielt immer eine Rolle, wenn wir von Hass und Kälte sprechen und sicher ist Liebe, zwischenmenschliche in ihren vielen Formen, wichtig/das Wichtigste für einen Menschen. Nur ist das eben nicht alles denn wir sind nicht so eindimensional. Ich stimme dem Manifest eines Eric Auvien auch nicht zu, doch finde ich darin eben die Ansätze und sehe, was es hätte werden können.
Ich erkenne keine Verantwortung an, aus der ich mich stehlen könnte, nur die vor mir und meinen Gedanken (in diesem Alten ist man noch nicht für andere Menschen verantwortlich, wie du es bist). Arroganz? Stolz? Ja. Ich habe keine rationale Begründung und man brauche keine, wenn man in dieser Welt sein Handeln erklärt. Ich habe es zynisch genannt und das ist es, ein bitterer Zynismus. Ein leichter Weg? Ein schnelles Urteil von dir, du bist ihn nicht gegangen. Sicher geht es schwerer, sicher leichter, aber was spielt das für eine Rolle?!


KindDesRegens / Website (25.11.07 05:32)
Für mich ist das schwachsinn, mir wäre es nun fast raus gerutscht "gründe doch einen Emo club", damit will ich nicht sagen das du ein Emo bist, aber für meine Bedürfnisse heulst du zu sehr rum. Damit will ich auch nicht sagen, dass das Leben ACH so schön ist, das ist es definitiv nicht, aber jeder einzellne trägt von uns dazu bei WIE es eben ist... DU erwartest irgend etwas, du willst von dem System das es dich bildet, du willst von den Menschen das sie intelligenter sind bla bla bla, aber was tust DU persönlich denn? Du kannst diese Menschen beleidigen, verblödet nennen, wahrscheinlich ist 90% verblödeter als der Rest 10%, aber das gibt dir kein Recht Gott zu spielen, deinen Frust wie ein kleiner Junge der noch genau so verblödet ist wie diese 90% über die du dich so ärgerst.


KindDesRegens / Website (25.11.07 05:32)
Meiner Meinung bist du ein Abhängiges Produkt und zwar genau so, wie diese Menschen über die du dich so ärgerst, weil du nicht im stande bist mehr zu sehen in dieser Welt, als diese 90%, du schaffst es nicht in dir mehr als ein System zu sehen. Menschen sind dumm, egal wie du es drehst und wendest, deshalb sind wir Menschen und nicht mehr und jeder Mensch hat seine eigene Weltvorstellung, du kannst Menschen nicht umbringen nur weil sie dumm sind, dann müsstest du ja jeden Menschen unbringen, die Intelligenz, sowohl im Kopf als auch die des Geistes entwickelt sich erst von Zeit zu Zeit, je nachdem wieviel man gesehen hat, gespürt hat und dann steht man über all dem, auch wenn es traurig ist und auch wenn es anstrengend ist, aber du würdest auch keinen 4 Jährigen schlagen, nur weil er den Stoff aus der 12 Klasse nicht beherrscht. Und so ist mit den Menschen, jeder durchläuft eine Klasse, das Problem ist also nicht, dass diese Menschen total oberflächlich und blöde sind, sie werden es sein ob du sie nun umbringst oder nicht, sondern das du irgendwas was erwartest und der Meinung bist, andere Menschen müssten das erfüllen. Traurig, ließ mehr Bücher von mir aus, aber sterben ist der leichteste weg, glaub mir als ich 10 war, habe ich auch noch so gedacht wie du, heute bin ich im Kopf etwas weiter und weiß das sterben der leichteste Weg ist, weil einem an dem Punkt nichts mehr so viel bedeutet, deshalb ist es leichter als kämpfen, das ist nämlich das schwere im Leben.


zillie / Website (25.11.07 12:39)
Nun, Du hast Recht, .. ich kann nicht sicher sagen, was "diese Jungs" genau wollten, ... sie sind ja tot und entziehen sich damit einem Dialog. Das Manifest von Auvien habe ich nicht gelesen, aber den Abschiedsbrief von Sebastian Bosse. Ehrlich gesagt, ich fand ihn gut, vieles, was er anprangerte, ist leider so und ich kann verstehen, dass er so verletzt war. Dennoch finde ich daraus gezogene Konsequenz nicht richtig und damit macht er sich mindestens genauso schuldig wie die Gesellschaft, die ihm das angetan hat. Er wollte damit Aufmerksamkeit für eine gute Sache erregen, aber das ist ihm nicht gelungen, weil er die falschen Methoden gewählt hat.
Da ich die Betroffenen nicht mehr selber fragen kann, was sie zu ihrer Tat getrieben hat, frage ich die, die eine ähnliche Einstellung vertreten oder erkennen lassen. Nicht zuletzt deswegen habe ich auch auf Deinen Eintrag geschrieben. Ich habe schon einige Gespräche dazu geführt und daraus leite ich meine Schlussfolgerungen ab. Du kannst ja darüber mit mir diskutieren, wenn Du Lust hast.


zillie / Website (25.11.07 13:42)
hier kommt noch der 2. Teil, ...wollte der doch gerade einfach nicht nehmen...

Du schreibst, in Deinem Alter (ich schätz mal mutig: 18-20) hätte man noch keine Verantwortung... wie kommst Du auf diese Idee? Was ist mit der Verantwortung für Deine Eltern, für Deine Freunde. Sie würden die Welt nicht mehr verstehen, wenn Du Dich oder/und andere umbringst. Sie würden sich fragen, welche Fehler sie gemacht haben, dass Du keine anderen Wege sehen konntest, Deine Positionen zu verdeutlichen. Vielleicht würden sie darunter zerbrechen, ... aber damit hast Du ja nichts zu tun, nicht wahr? In einer sozialen Gesellschaft sind wir alle miteinander verbunden, auch wenn es uns nicht passt.
Du fühlst Dich zu gut für diese Welt, hasst die Ignoranz und Dummheit um Dich herum. Ich bin sicher, dass Du ein blitzgescheites Kerlchen bist, nicht auszudenken, was Du mit Deiner Intelligenz in dieser Welt alles bewegen könntest. Stattdessen schmollst Du wie ein 5-jähriges Kindergartenkind, was sauer ist, wenn man nicht nach seinen Regeln spielt, .... nur Du spielst nicht mehr mit Spielzeuggewehren...

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