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Was mich immer wieder amüsiert ist die teilnahmslose Betroffenheit, wenn irgendwo ein Mensch stirb und ein paar Reporter das mitbekommen. Lea-Sophie. Wie viele Menschen allein während der Zeit der Medienberichte auf ähnliche Weise gestorben sind und nie nur beiläufig erwähnt werden.
Vermutlich sind wir als Verursacher in der Luftblase Moralvorstellung nicht in der Lage, die beinahe göttlich anmutende Allgegenwärtigkeit des Leids zu ertragen und konzentrieren uns deshalb in theatralisch gespielter Anteilnahme auf Einzelfälle. Die natürlich nur exemplarisch für ein viel größeres Problem sind, das wir alle im Hinterkopf haben. Versteht sich von selbst. Bis irgendwo was interessanteres passiert.

Und?
Fleisch ist nicht kostbar. Leben ist nicht kostbar. Die Inflation des Menschen überschattet alles. Und der ewige Tod. Wie kann jemand hierbei nun voller Anteilnahme über das Sterben von ein paar Schülern berichten, die noch dazu einen relativ bequemen Tod hatten, indem sie rasch erschossen wurden, ohne sich je Gedanken über den Tod machen zu müssen. Es ist alles gar nicht so tragisch wie es scheint.
Man kann es auch komprimieren, auf Schlachtparolenform, damit es der neue Übermensch (siehe vorheriger Eintrag) in seinen besten Zeiten womöglich erfassen kann und natürlich auf Englisch, der Sprachhure, derer sich alle bedienen und die nochh dazu so unglaublich hip ist: Humanity is overrated.
28.11.07 01:25
 


bisher 10 Kommentar(e)     TrackBack-URL


zillie / Website (30.11.07 01:01)
Nun, ich muss Dir Recht geben, was die Diskrepanz zwischen kurzfristiger, willkürlicher Anteilnahme an Einzelschicksalen und der Ignoranz... Wegschaukultur, welche die Realität doch wohl viel treffender beschreibt. Ja, es ist einfach, betroffen zu sein und dieses Mädchen zu betrauern, dann fühlt man sich nicht so schuldig daran, das es niemand verhindern konnte. Solange wir nichts daraus lernen, es ändern, gebe ich auf diese Gefühlsbekundungen keinen Pfifferling. Und ich fürchte, wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Das eigentliche Drama ist doch die Tatsache, dass das Schicksal eines Kindes nicht mal der eigenen Mutter wichtig ist. Wie krank ist eine Gesellschaft, die nicht mal vernünftig für ihre Nachkommen sorgt? Kein Wunder, wenn die Jugend zu einer ich-bezogenen gewaltbereiten Spezies wird, die nicht mal mehr weiß, welche Gefühle soziale Kontakte hervorrufen, wie wichtig sie für unser Wohlbefinden sind. Wenn Kinder niemals die liebevolle Fürsorge ihrer Eltern und Bezugspersonen erfahren haben, wie sollen sie dann solche Gefühle für andere aufbringen können?


disnatal (30.11.07 01:12)
Auch der Verhältnis zwischen Anteilnahme an einem Fremdschicksal und Gleichgültigkeit gegenüber einem anderen. Die Willkür des Mitgefühls.
"Das eigentliche Drama" - in besagtem Fall hat es sich wohl erledigt. Aber ja, es ist ein Drama. Überhaupt, was sich von den Eltern weitergibt und nicht mehr durch die Einsicht der Kinder zu korrigieren ist: psychische Störungen, emotionale Kälte, Gewaltbereitschaft, Intoleranz...


zillie / Website (30.11.07 01:19)
.....
Hm...? „Fleisch ist nicht kostbar“... ?
Ich sehe uns nicht als Fleisch, ... Leben ist kostbar, .... jedes Leben! Ok, so ganz konsequent bin ich da auch nicht, .... wenn mich eine Spinne erschreckt, trete ich drauf, ohne um sie zu trauern. Auch sie hat ein Leben. Mücken jage ich ganz eigennützig, ... dazu stehe ich. Ich verfluche sie dafür, dass sie mich stechen.
Aber das Leben eines Menschen ist etwas Besonderes. Auch Leuten, die ich nicht ausstehen kann oder die mit etwas angetan haben, wünsche ich nicht wirklich den Tod. Leben ist es wert, erhalten zu werden, gefördert zu werden, braucht Beschützer ...Unterstützer. Nein, ich finde nicht, dass es eine Inflation von Menschen gibt.
Allerdings sehe ich einen Verfall moralischer, ..religiöser , ...humanitärer Werte. Die Selbstverständlichkeit, mit der Leben geschützt und geachtet wurde, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Wie lange wird es dauern, bis es nicht mal mehr die Regel ist?


zillie / Website (30.11.07 01:31)
"emotionale Kälte".... ja, das ist das Schlimmste. Sie ignoriert unser Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit auf so unheimlich schmerzhafte Weise.
Aber es ist zu einfach, sich damit zu begnügen, dass wir durch unsere Eltern geprägt sind. Wir sind intelligente Wesen und durchaus in der Lage, gewünschte Veränderungen herbeizuführen und wir haben auch eine Eigenverantwortung für unser Leben.


disnatal (30.11.07 01:35)
Was hältst du von natürlicher Regulation? Vor einem Menschen klingt es wohl niemals schön, wenn man sein Geschlecht im Wert reduziert. Ich glaube, biologisch gesehen ist eine Spinne nicht in der Lage in dem Maß Schmerz zu empfinden wie ein Mensch, damit entsteht auch weniger Qual aus ihrem Tod. Ich halte mich jetzt an Peter Singer: Ein Schwein kann aber - und das ist sicher - in dem Maß Schmerz empfinden wie ein Mensch, aufgrund des Nervensystems, also entsteht aus einem blutigen Schweinetod nicht weniger Leid als aus einem entsprechenden Menschentod. Wenn wir aber Schweine in alles in allem schon recht qualvollen Umständen halten und schlachten, könnten wir es mit Menschen nicht auch so machen? Nein? Warum - weil wir mehr wert sind? Warum? Wir empfinden nicht mehr Leid. Wir sind auf uns fixiert, speziezistisch, sagt Singer.
Was ich meine ist erneut ein sehr lauter Widerspruch des menschlichen Verhaltens. Wir sind eben so viel Wert wie Schweine und das meine ich nicht abwertend, sondern aufwertend, ausgehend von den heutigen Umständen. Nur bin ich kein vegan lebender Aktivist, sondern ein in Ekel abgestoßener Misanthrop.


disnatal (30.11.07 01:38)
Sicher haben wir Eigenverantwortung, wir, genug andere verzichten vollkommen darauf, was einer meiner bedeutsameren Gründe ist, die(se) Menschen nicht zu verehren...
Dachte auch eher an die schlimmeren Fälle, in denen der angerichtete Schaden eben so groß ist, dass auch eine Eigenkorrektur kein befriedigendes Ergebnis mehr erzielen kann.


zillie / Website (1.12.07 19:59)
So, da bin ich wieder.
Beim letzten Mal hat mich myblog mal wieder geärgert, wollte meine letzte Antwort nicht nehmen. Hab sie dann gespeichert und wollte sie am nächsten Tag losschicken, aber das hab ich dann lieber gelassen (war wohl schon ein bisschen übermüdet) und hab mich zwischenzeitlich mal ein bisschen eingelesen, ... in Singers Theorien (Wikipädia)
Ich muss ja gestehen, dass ich intellektuell schon ein bisschen eingerostet bin, verliere mich ungern in Theorien, handle lieber emotional geprägt (Bauchhirn nennt man das heute oder emotionale Intelligenz) und praktisch orientiert. Aber zwei wichtige Dinge habe ich doch sehr genau verstanden, die in mir eine ziemliche Wut über seine Theorien auslösen. Zum einen wagt er es tatsächlich, einen neugeborenen Säugling mit einer Schnecke zu vergleichen, weil er nach seiner Ansicht noch keine artikulierbaren Bedürfnisse hat und zum anderen behauptet er, dass beispielsweise ein mit Spina bifida geborener Säugling niemals auch nur minimale Befriedigung erfahren wird und damit offenbar problemlos getötet werden könne.
....


zillie / Website (1.12.07 20:00)
...
Nun, ich habe genau so einen Säugling bekommen, bei dem offensichtlich gleich 2 Gründe zutreffen, die dafür sprechen, ihn zu töten. Und ich kann Dir mit Gewissheit sagen, dass dieses Kind sehr wohl ein Lebensbedürfnis gehabt hat und inzwischen einen reichen Vorrat an maximaler Befriedigung angesammelt hat. Und MEINER MEINUNG nach ist er um einiges glücklicher als Du, der Du offensichtlich von einem Perfektionswahn geritten wirst, den Du auch noch anderen aufzwingen willst. Ja, das ist meine Meinung und sie musste gerade mal raus, auch wenn es nicht so freundlich klingt. Es ist aber auch nicht abwertend gemeint sondern vielmehr als in die Zukunft blickend ermunternd dahingehend, dass Du Dir Situationen und Erlebnisse verschaffst, die Dich glücklich machen. Sonst schlägt die natürliche Regulation in der Form zu, dass sie Dich viel zu früh aus dem Leben rafft, sodass Du keine Nachkommen mehr zeugen kannst. Und damit würde vermutlich ein beträchtliches Denkpotential unserem Land (oder soll ich sagen unserer Spezies) verloren gehen.


zillie / Website (3.12.07 22:11)
Oh Mann,
Ich fühle mich hier wieder irgendwie im Regen stehen gelassen....
Komisch, ist mir jetzt schon ein paar mal aufgefallen. Leute, die ziemlich krasse Botschaften zu verkünden haben, sind besonders empfindlich, fühlen sich schnell angemacht und können lange nicht so gut einstecken wie sie austeilen können.
Ist Deine Sprachlosigkeit auch so zu verstehen oder hast Du einfach keine Zeit.
Ich wollte mit Dir diskutieren, ...sind wir schon am Ende?


disnatal (5.12.07 21:23)
Das sind wir nicht. Ich habe zweimal kommentiert, dass myblog sich mitunter weigert das zu akzeptieren kennst du ja und später hatte ich wirklich keine Zeit.

An diesen Punkten wird Singer kritisiert, darüber will ich nicht mit der streiten, mir fehlt einfach die Erfahrung um eine umfassende, vernünftige Aussage zu treffen. Nachvollziehbar scheint mir deine Stellung zu sein. Aber du bist leider nicht auf den ursprünglichen Aspekt in dem ich ihn überhaupt genannt habe eingegangen.
Dass ich nicht der "fittere" bin weiß ich. Auch ist das "Denkpotential" ersetzbar. Mein Fleisch halte ich nicht für wertvoller als jedes andere.

Ich fühle mich natürlich nicht angemacht, im Gegenteil, wenn ich eine Empfingund hierzu nennen sollte, wäre es eher eine positive Überraschung über dein Interesse. Ich würde dir vermutlich einen Regenschirm in die Hand drücken, um dein Bild aufzugreifen.

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