HUMANITY IS OVERRATED
 



HUMANITY IS OVERRATED
  Startseite
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 

Webnews



http://myblog.de/disnatal

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Fehlbildung

Das Bildungssystem enthält Reglungen, nach denen man aus einer Vorschrift über die Einbringung von Kurssemestern in der Sekundarstufe 2 ableiten kann, dass verschiedene Semester bedeutungslos sind. Ich habe, aus dem Kopf, drei oder vier Kurse, bei denen ich nur zwei von vier Semestern einbringen kann. In Sport muss ich gar kein Semester einbringen. Die übrigen Semesternoten haben keinen Einfluss auf das Abiturergebnis, mit ihnen wird einfach nicht gerechnet. Daraus ergibt sich, wenn zwei von vier Semestern ein hinreichend gutes Ergebnis haben, die Möglichkeit, die übrigen durch minimale Beteiligung auf einen Notenwert von einem von fünfzehn Punkten zu kommen, was einer fünf entspricht. Null Punkte sind problematisch, ein Punkt nicht.
Verhält man sich nun ökonomisch und konzentriert sich auf Leistungskurse und die noch benötigten Semester während man die unnötigen schleifen lässt, wird man mit Entsetzen und Vorwürfen konfrontiert. Wir gehen elf Jahre zur Schule und sollen immer das beste Ergebnis anstreben, alles auswendig lernen und alles schreiben, egal wonach gefragt wird. Nicht ohne Grund: Viele Lehrer können keine Aufgabenstellungen formulieren und sperren sich in Diskussionen, die notwendigerweise ihre Kompetenz in Zweifel ziehen. In den letzten zwei Jahren sollte man nicht umdenken. Wohin führt ein solches Bildungssystem? Zu einem gewissen Frust, egal wie gut oder schlecht man darin ist. Ich bin kein schlechter Schüler, auch wenn ich mir schon länger keine Mühe mehr gebe (weil es meist keinen positiven Einfluss auf die Ergebnisse hat). Man könnte sagen, das System sei fehlerhaft. Man könnte sagen, dass Klassen mit 30 Personen und einem unfähigen Lehrer nicht zum Fortschritt des Einzelnen beitragen. Man könnte den Schluss ziehen, wenn man wenigstens am Einführungstag zugehört und den Willen zur Bildung aufgenommen hat, was wünschenswert sein sollte, dass es sinnvoller ist, seine Zeit zu hause mit autodidaktischer Bildung statt in einem derartigen Unterricht zu verbringen. Ich habe viele Fehlstunden im Monat. Wenn ich in einem Kurs wie Philosophie in Internet oder einem Buch das behandelte Thema, von dem ich mir erzählen lasse, selbst nachlese, die Suchzeit inbegriffen, bin ich schneller und weiß am Ende mehr. Verstanden habe ich es auch besser. Der Nachteil? Ich kann nicht wörtlich die Formulierung des Pädagogen pauken.

In der Freizeit die sich aus der effektiveren Heimarbeit ergibt, kann ich mir dann Gedanken machen, wie ein Amoklauf am besten durchzuführen ist. Ich kann allerlei Dinge anstellen, vor allem habe ich Zeit, einen Gewissen Hass zu pflegen und auszubauen. Eine Enttäuschung über ein Bildungssystem, von dem man erwartet, dass es sich an seine scheinheiligen Ideale hält. Verachtung. Hass. Enttäuschung.


Die Überlegung schwillt an und jetzt scheint es mir schade um den Schweiß. Kaum ein Amoklauf bewegt etwas sinnvolles. Vielleicht werden zum Schutz noch ein paar Kameras installiert, irgendwelche Überwachungstechnologien, ein besseres Hightech-System.

Wirf dein Leben mit ein paar Bomben weg, du wurdest nicht nicht vorbereitet und hast nichts gelernt, so wird es nie sehr gut werden.
5.12.07 22:09
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jassi / Website (5.12.07 22:17)
..ich bin ernsthaft beeindruckt von deinem Statement und stimme dir in vielen Punkten zu - aber die Sache mit dem Hass solltest du nochmal überdenken...Wut kann eine kreative Kraft sein..Hass endet immer destruktiv...genug der Besserwisserei..gehab dich wohl...

LG J.


zillie / Website (6.12.07 00:51)
Nein, so wird es nie gut werden, ... also tu was dafür, dass es gut werden kann.
Ich kann ebenfalls Deinen Ansichten voll beipflichten mit der einen Ausnahme, dass die freiwerdende Zeit mit der Planung eines Amoklaufs nicht sinnvoll gefüllt ist.
Aber, die Schwachstellen unseres Bildungssystems bringst Du wirklich gut auf den Punkt. Was hat es mit erstrebenswertem Leistungs- und Kompetenzzuwachs zu tun, wenn ein Schüler wörtliche Formulierungen des Lehrers wiedergeben kann? Damit befinden wir uns auf der untersten Stufe der Lernziele.... Reproduktion... Ebene 1 von 3, ...Basiswissen.
Kann jeder Papagei, wenn Du fleißig mit ihm übst. ; )
Die Bildungstheoretiker sehen das im Übrigen ganz genauso. Immer wieder und auf unterschiedlichen Wegen werden Lehrer mit diesen (schon lange nicht mehr neuen) Forderungen konfrontiert. Aber das heißt ja noch lange nicht, dass sie das auch umsetzen.
Lehrer sind Menschen, Menschen bewegen sich auf eingetretenen Wegen, .. die Einstellung zu den Jugendlichen spielt eine Rolle... Ist der Schüler mein Kunde oder darf ich mich über ihn erheben nach dem Motto "Der Lehrer hat immer Recht" ? Und wie gehe ich mit der neuen Rolle als "Lernbegleiter" um? Kann ich mit der (auch berechtigten) Kritik leben? Oder halte ich nicht doch lieber an alten Verhaltensmustern fest, die mir am Ende den größeren Teil der Macht lassen?


zillie / Website (6.12.07 00:52)
Ja, eine Schwerpunktsetzung, wie Du sie beschreibst, ist ökonomisch und damit auch in gewissen Grenzen sinnvoll, schließlich werden wir auch zu effektiven Lerntechniken angehalten, auch wenn dabei die Allgemeinbildung zunehmend auf der Strecke bleibt. In der Uni wird so etwas dann auch von Dir erwartet. Hier ist es tatsächlich unerheblich, woher das Wissen kommt. Dass die Schule sich so dagegen sträubt, wo sie doch die Studierfähigkeit herbeiführen soll, ist inkonsequent. Okay, vielerorts fehlen die Rahmenbedingungen in Form der Computerlernplätze und auch in Form des mit EDV-Anwendungen geschulten Personals. Aber bekannt und gewünscht ist diese Lernform durchaus. Und, ...nebenbei bemerkt, gibt es auch die Möglichkeit, Bildungsabschlüsse unabhängig vom Schulbesuch zu erwerben, ...durch eine Externenprüfung, ... in der Tat für Leute, die mit dem schulischen Lernen absolut nicht klarkommen und lieber in Eigenregie lernen. Allerdings gibt es eine allgemeine Schulpflicht über 10 Jahre.
Nun, wenn ich den Stand Deiner Bildung betrachte, so hat es schon einige Erfolge gegeben, ..seien sie nun durch unser Bildungssystem entstanden oder trotz allem. Auf jeden Fall bist Du in der Lage, zu argumentieren und offensichtlich auch, Dir Informationen zu erschließen. Also nutze Deine Fähigkeiten. Schreibe öffentlich, ...Reportagen, Berichte, Leserbriefe, ... setzt Dich dafür ein, dass man Dir zuhört. Klage an, mach Verbesserungsvorschläge, stelle Forderungen, ... Forderungen an Entscheidungsträger. Du willst doch was verändern.


disnatal (9.12.07 16:46)
Es wäre wohl zu erwarten, dass, wer meckert, auch verändert, versucht. Hier mache ich mich schuldig, bleibe bequem und auf dem einfachen Weg, beklage mich aber ändere nichts, du hast völlig Recht.
Andererseits ist es auch widersinnig sich zum ganz aktiven Rädchen der so sehr verhassten Maschine zu machen, sie in ihren vielen schlechten Prozessen durch Teilnahme, Annahme zu fördern und nach ein paar Veränderungen zu streben. Wie du selbst sagst, heute sind die schon alternden Erkenntnisse von Bildungstheoretikern kaum in Schulen angelangt und wir scheinen uns auch nicht sonderlich dorthin zu bewegen.
Ich kann und möchte kein System unterstützen, dessen Untergang ich ersehne.
Aber ja, es ist alles nicht ganz harmonisch. Danke für die Anregungen!! Ich werde mich damit auseinandersetzen.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung